SYSTEMD-TMPFILES(8) systemd-tmpfiles SYSTEMD-TMPFILES(8) BEZEICHNUNG systemd-tmpfiles, systemd-tmpfiles-setup.service, systemd-tmpfiles-setup-dev-early.service, systemd-tmpfiles-setup-dev.service, systemd-tmpfiles-clean.service, systemd-tmpfiles-clean.timer - Dateien sowie Verzeichnisse erstellen, loschen und aufraumen UBERSICHT systemd-tmpfiles [OPTIONEN ] [KONFIGURATIONSDATEI ] System-Units: systemd-tmpfiles-setup.service systemd-tmpfiles-setup-dev-early.service systemd-tmpfiles-setup-dev.service systemd-tmpfiles-clean.service systemd-tmpfiles-clean.timer Benutzer-Units: systemd-tmpfiles-setup.service systemd-tmpfiles-clean.service systemd-tmpfiles-clean.timer BESCHREIBUNG systemd-tmpfiles erstellt und loscht Dateien sowie Verzeichnisse und raumt diese auf, unter Verwendung des Konfigurationsdateiformats und des Ortes der in tmpfiles.d(5) beschriebenen Konfigurationsdatei. Historisch wurde es entwickelt, um temporare und fluchtige Dateien zu vewalten, wie der Name es andeutet, aber es stellt eine generische Dateiverwaltungsfunktionalitat bereit und kann zur Verwaltung jeder Art von Dateien verwandt werden. Es muss mit einer oder mehrerer der Befehle --create, --remove und --clean aufgerufen werden, um die entsprechende Teilmenge der Aktionen auszuwahlen. Beim Aufruf ohne Argumente werden die Direktiven aus den Konfigurationsdateien ausgefuhrt, die in den durch tmpfiles.d(5) festgelegten Verzeichnissen gefunden werden. Beim Aufruf mit positionsabhangigen Argumenten und der Option --replace=PFAD werden auf der Befehlszeile angegebene Argumente anstelle der Konfigurationsdatei PFAD verwandt. Andernfalls wird nur die durch Befehlszeilenargumente festgelegte Konfigurationsdatei ausgefuhrt. Falls anstelle eines Dateinamens die Zeichenkette >>-<< angegeben ist, wird die Konfiguration aus der Standardeingabe gelesen. Falls das Argument ein Dateiname (ohne Schragstriche) ist, werden alle Konfigurationsverzeichnisse nach einer passenden Datei durchsucht und die gefundene Datei mit der hochsten Prioritat wird ausgefuhrt. Falls das Argument ein Pfad ist, wird diese Datei direkt verwandt, ohne in den Konfigurationsdateien nach anderen passenden Dateien zu suchen. Systemdienste (systemd-tmpfiles-setup.service, systemd-tmpfiles-setup-dev-early.service, systemd-tmpfiles-setup-dev.service, systemd-tmpfiles-clean.service) rufen systemd-tmpfiles auf, um Systemdateien zu erstellen und systemweites Aufraumen vorzunehmen. Diese Dienste lesen vom Administrator kontrollierte Konfigurationsdateien in den tmpfiles.d/-Verzeichnissen ein. Benutzerdienste (systemd-tmpfiles-setup.service, systemd-tmpfiles-clean.service) rufen auch systemd-tmpfiles auf, dies liest aber eine separate Gruppe von Dateien, einschliesslich der durch Benutzer kontrollierten Dateien unter ~/.config/user-tmpfiles.d/ und ~/.local/share/user-tmpfiles.d/ und der durch den Administrator kontrollierten Dateien unter /usr/share/user-tmpfiles.d/. Benutzer konnen dies dazu verwenden, Dateien durch sie gesteuert zu erstellen und aufzuraumen, aber die Systeminstanz fuhrt das globale Aufraumen durch und wird nicht von der Benutzerkonfiguration beeinflusst. Beachten Sie, dass daher ein in der Systeminstanz konfiguriertes zeitbasiertes Aufraumen, wie diese typischerweise fur /tmp/ konfiguriert ist, auch von der Benutzerinstanz erstellte Dateien betreffen wird, falls sie in /tmp/ abgelegt sind, selbst falls das zeitbasierte Aufraumen in der Benutzerinstanz ausgeschaltet ist. Um Einstellungen erneut anzuwenden, nachdem die Konfiguration verandert wurde, starten Sie einfach systemd-tmpfiles-clean.service neu, wodurch alle Einstellungen, die problemlos wahrend der Laufzeit ausgefuhrt werden konnen, angewandt werden. Um Fehler in systemd-tmpfiles zu finden, kann es nutzlich sein, es direkt von der Befehlszeile aus mit erhohter Protokollierstufe aufzurufen (siehe nachfolgenden $SYSTEMD_LOG_LEVEL). BEFEHLE UND OPTIONEN Die folgenden Befehle werden verstanden: --create Entfernt alle in der Konfigurationsdatei mit f, F, w, d, D, v, p, L, c, b, m markierten Dateien und Verzeichnisse oder legt diese an. Mit z, Z, , t, T, a und A markierte Dateien und Verzeichnisse haben ihre eigenen Besitzer, Zugriffsmodi und Sicherheits-Label. --clean Raumt alle Dateien und Verzeichnisse auf, fur die ein Parameter konfiguriert ist, der sich auf das Alter bezieht. --remove Entfernt den Inhalt aller mit D oder R markierten Dateien und Verzeichnisse, sowie die mit r oder R markierten Verzeichnisse selbst, ausser auf sie wird eine exklusive oder gemeinsame Sperre gehalten (siehe flock(2)). --purge Falls diese Option ubergeben wird, werden alle Dateien und Verzeichnisse, die zur Erstellung durch die auf der Befehlszeile angegebenen tmpfiles.d/-Dateien erklart und mit dem Zeichen >>$<< markiert wurden, geloscht. Insbesondere agiert dies auf allen mit f, F, d, D, v, q, Q, p, L, c, b, C, w, e markierten Dteien und Verzeichnissen. Falls dieser Schalter verwandt wird, muss mindestens eine tmpfiles.d/-Datei (oder - fur die Standardeingabe) auf der Befehlszeile angegeben werden oder der Aufruf wird aus Sicherheitsgrunden abgelehnt (da andernfalls ein Grossteil der installierten Systemdateien entfernt werden konnten). Der primare Anwendungsfall fur diese Option ist die automatische Entfernung von Dateien und Verzeichnissen, die ursprunglich im Auftrag eines installierten Pakets zum Zeitpunkt der Paketentfernung installiert wurden. Es wird empfohlen, diesen Befehl erstmalig in Kombination mit --dry-run (siehe unten) aufzurufen, um zu uberprufen, welche Dateien und Verzeichnisse geloscht werden. Warnung! Dies ist normalerweise nicht der von Ihnen gewunschte Befehl! Fur die meisten Falle suchen Sie nach --remove. Hinzugefugt in Version 256. --user Wendet die >>Benutzer<<-Konfiguration an, d.h. tmpfiles.d/-Dateien in Benutzerkonfigurationsverzeichnissen. Hinzugefugt in Version 236. --boot Fuhrt auch Zeilen aus, die mit einem Anfuhrungszeichen beginnen. Zeilen, deren Ausfuhrung auf einem laufenden System nicht sicher sind, konnen auf diese Art markiert werden. systemd-tmpfiles wird im Systemstart fruh mit angegebenem --boot ausgefuhrt und wird diese Zeilen ausfuhren. Bei spaterem Aufruf sollte es ohne --boot aufgerufen werden. Hinzugefugt in Version 209. --graceful Ignoriert Konfigurationszeilen, die unbekannte Benutzer oder Gruppen betreffen. Diese Option ist fur die fruhe Systemstartphase gedacht, bevor alle Benutzer und Gruppen erstellt wurden. Hinzugefugt in Version 254. --dry-run Verarbeitet die Konfiguration und gibt aus, welche Aktionen durchgefuhrt wurden, andert aber nichts wirklich im Dateisystem. Hinzugefugt in Version 256. --prefix=Pfad Wendet nur jene Regeln an, die auf Pfade mit dem angegebenen Prafix verweisen. Diese Option kann mehrmals angegeben werden. Hinzugefugt in Version 212. --exclude-prefix=Pfad Ignoriert die Regeln zum Anwenden der Pfade mit dem angegebenen Prafix. Diese Option kann mehrmals angegeben werden. Hinzugefugt in Version 207. -E Eine Abkurzung fur >>--exclude-prefix=/dev --exclude-prefix=/proc --exclude-prefix=/run --exclude-prefix=/sys<<, d.h. den Ausschluss von Hierarchien, die typischerweise durch virtuelle oder Speicherdateisysteme hinterlegt sind. Dies ist in Kombination mit --root= nutzlich, falls der angegebene Verzeichnisbaum einen Betriebssystembaum enthalt, der diese virtuellen/Speicherdateisysteme unter diesen Unterverzeichnissen nicht eingehangt hat, falls angenommen wird, dass diese zur Laufzeit daruber eingehangt werden. Hinzugefugt in Version 247. --root=Wurzel Akzeptiert einen Verzeichnispfad als Argument. Allen Pfaden wird der angegebene alternative Wurzel-Pfad vorangestellt, einschliesslich der Suchpfade fur die Konfiguration. Wenn diese Option verwandt wird, wird der >>Name Service Switch (NSS)<< der Libc fur die Auflosung von Benutzern und Gruppen umgangen. Stattdessen werden die Dateien /etc/passwd und /etc/group innerhalb der alternativen Wurzel direkt gelesen. Dies bedeutet, dass Benutzer/Gruppen, die in diesen Dateien nicht aufgefuhrt sind, nicht aufgelost werden, d.h. LDAP-NIS und andere komplexe Datenbanken werden nicht berucksichtigt. Ziehen Sie in Betracht, dies mit -E zu kombinieren, um sicherzustellen, dass der Aufruf keine Dateien oder Verzeichnisse unterhalb von Einhangepunkten im Betriebssystemabbild, auf dem gearbeitet wird, anlegt, die typischerweise zur Laufzeit durch Einhangungen uberdeckt werden. Hinzugefugt in Version 212. --image=Abbild Akzeptiert einen Pfad zu einer Plattenabbilddatei oder einem Blockgeratenamen. Falls angegeben, werden alle Aktionen auf das Dateisystem in dem angegebenen Plattenabbild angewandt. Dies ist ahnlich zu --root=, agiert aber auf Dateisystemen, die in Plattenabbildern oder Blockgeraten gespeichert sind. Das Plattenabbild sollte entweder nur ein Dateisystem oder eine Reihe von Dateisystemen innerhalb einer GPT-Partitionstabelle enthalten, die der UAPI.2-Spezifikation fur auffindbare Partitionen[1] folgt. Fur weitere Informationen uber unterstutzte Plattenabbilder, siehe den Schalter von systemd-nspawn(1) mit dem gleichen Namen. Impliziert -E. Hinzugefugt in Version 247. --image-policy=Richtlinie Akzeptiert gemass systemd.image-policy(7) eine Abbildrichtlinienzeichenkette als Argument. Die Richtlinie wird bei Aktionen auf dem mittels --image= angegebenen Plattenabbild durchgesetzt, siehe oben. Falls nicht angegeben, ist die Vorgabe die Richtlinie >>*<<, d.h. alle erkannten Dateisysteme im Abbild werden verwandt. --replace=PFAD Wird diese Option angegeben, mussen eine oder mehrere positionsbezogene Argumente festgelegt werden. Alle in den in tmpfiles.d(5) aufgefuhrten Verzeichnissen gefundenen Konfigurationsdateien werden gelesen und die auf der Befehlszeile ubergebene Konfiguration wird statt der Konfigurationsdatei PFAD mit der gleichen Prioritat wie diese verwandt. Wenn die Installationsskripte laufen und zum Paket gehorende Dateien noch nicht verfugbar sind, muss der Inhalt der Skripte auf der Befehlszeile ubergeben werden. Diese Option sorgt dafur, dass die Konfigurationsskripte des Administrators eine hohere Prioritat erhalten, sofern diese bereits existieren. Hinzugefugt in Version 238. --cat-config Kopiert den Inhalt der Konfigurationsdateien in die Standardausgabe. Vor jeder Datei wird der Dateiname als Kommentar ausgegeben. --tldr Kopiert den Inhalt der Konfigurationsdateien in die Standardausgabe. Nur der >>interessante<< Teil der Konfigurationsdateien wird ausgegeben, Kommentare und leere Zeilen werden ubersprungen. Vor jeder Datei wird der Dateiname als Kommentar ausgegeben. --no-pager Leitet die Ausgabe nicht an ein Textanzeigeprogramm weiter. -h, --help Zeigt einen kurzen Hilfetext an und beendet das Programm. --version Zeigt eine kurze Versionszeichenkette an und beendet das Programm. Es ist moglich, --create, --clean und --remove in einem Aufruf zu kombinieren (in diesem Fall wird die Entfernung und Bereinigung vor der Erstellung neuer Dateien durchgefuhrt). Zum Beispiel wird wahrend des Systemstarts die folgende Befehlszeile ausgefuhrt, um sicherzustellen, dass alle fluchtigen und temporaren Verzeichnisse entsprechend der Konfigurationsdatei entfernt beziehungsweise angelegt werden: systemd-tmpfiles --remove --create ZUGANGSBERECHTIGUNGEN systemd-tmpfiles unterstutzt die durch ImportCredential=/LoadCredential=/SetCredential= implementierte Dienstezugangsberechtigungslogik (siehe systemd.exec(5) fur Details). Die folgenden Zugangsberechtigungen werden verwandt, wenn sie hereingegeben werden: tmpfiles.extra Der Inhalt dieser Zugangsberechtigung kann zusatzliche Zeilen, auf die agiert werden soll, enthalten. Der Zugangsberechtigungsinhalt sollte dem gleichen Format wie jede andere Erganzungskonfigurationsdatei fur tmpfiles.d/ folgen. Falls diese Zugangsberechtigung hereingegeben wird, wird sie nach allen anderen, aus dem Dateisystem gelesenen Erganzungsdateien verarbeitet. Die Zeilen in der Zugangsberechtigung konnen daher bestehende Zeilen des Betriebssystems erganzen, sie aber nicht ausser Kraft setzen. Hinzugefugt in Version 252. Beachten Sie, dass standardmassig die Unit-Datei systemd-tmpfiles-setup.service (und dazu in Bezug stehende Unit-Dateien) so eingerichtet sind, dass sie die Zugangsberechtigung >>tmpfiles.extra<< vom Diensteverwalter erben. UMGEBUNGSVARIABLEN $SYSTEMD_LOG_LEVEL Die maximale Protokollierstufe fur ausgegebene Meldungen (Meldungen mit einer hoheren Protokollierstufe, d.h. weniger wichtige, werden unterdruckt). Akzeptiert eine Kommata-getrennte Liste von Werten. Ein Wert kann einer der folgenden sein (in Reihenfolge absteigender Bedeutung): emerg, alert, crit, err, warning, notice, info, debug oder eine Ganzzahl im Bereich 07. Siehe syslog(3) fur weitere Informationen. Jedem Wert kann optional eine Zeichenkette aus console, syslog, kmsg oder journal gefolgt von einem Doppelpunkt vorangestellt werden, um die maximale Protokollierstufe fur dieses spezielle Protokollierziel zu setzen (d.h. SYSTEMD_LOG_LEVEL=debug,console:info legt fest, dass auf der Stufe >>debug<< protokolliert werden soll, ausser beim Protokollieren auf die Konsole, die auf Stufe >>info<< erfolgen soll). Beachten Sie, dass die globale maximale Protokollierstufe Prioritat gegenuber jeder zielbezogenen maximalen Protokollierstufe hat. $SYSTEMD_LOG_COLOR Ein logischer Wert. Falls true, werden auf das TTY geschriebene Nachrichten gemass ihrer Prioritat eingefarbt. Diese Einstellung ist nur nutzlich, falls die Nachrichten direkt auf das Terminal geschrieben werden, da journalctl(1) und andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen, selbstandig Nachrichten gemass ihrer Protokollierungsstufe einfarben. $SYSTEMD_LOG_TIME Ein logischer Wert. Falls true, wird den Protokollnachrichten der Konsole ein Zeitstempel vorangestellt. Diese Einstellung ist nur nutzlich, falls die Nachrichten direkt auf das Terminal oder in eine Datei geschrieben werden, da journalctl(1) und andere Werkzeuge, die Protokolle anzeigen, selbstandig Zeitstempel basierend auf ihren Metadaten den Nachrichten anhangen. $SYSTEMD_LOG_LOCATION Ein logischer Wert. Falls true, wird den Protokollnachrichten ein Dateiname und eine Zeilenummer in dem Quellcode, aus dem die Nachrichten stammen, vorangestellt. Beachten Sie, dass der Protokollierort sowieso oft als Metadaten zu den Journal-Eintragen angehangt ist. Die Aufnahme in den Nachrichtentext kann bei der Fehlersuche in Programmen dennoch praktisch sein. $SYSTEMD_LOG_TARGET Das Ziel fur Protokolliernachrichten. Entweder console (auf das angehangte TTY protokollieren), console-prefixed (auf das angehangte TTY protokollieren, aber die Protokollierstufe und >>Einrichtung<< voranstellen, siehe syslog(3)), kmsg (in den zirkularen Kernel-Protokollpuffer protokollieren), journal (in das Journal protokollieren), journal-or-kmsg (in das Journal protokollieren, falls verfugbar, und andernfalls nach Kmsg), auto (das geeignete Protokollierziel automatisch ermitteln, die Vorgabe) oder null (die Protokollierung deaktivieren). $SYSTEMD_PAGER, $PAGER Zu verwendendes Textanzeigeprogramm, wenn --no-pager nicht angegeben ist. Falls gesetzt, wird $SYSTEMD_PAGER verwandt, andernfalls $PAGER. setzt $PAGER ausser Kraft. Falls weder $SYSTEMD_PAGER noch $PAGER gesetzt sind, wird eine Reihe wohlbekannter Implementierungen von Textanzeigeprogrammen der Reihe nach ausprobiert, einschliesslich less(1) und more(1), bis eines gefunden wird. Falls keine Implementierung eines Textanzeigeprogramms gefunden wird, wird keines aufgerufen. Setzen dieser Umgebungsvariablen auf die leere Zeichenkette oder den Wert >>cat<< ist aquivalent zur Ubergabe von --no-pager. Beachten Sie: Falls $SYSTEMD_PAGERSECURE nicht gesetzt ist, konnen $SYSTEMD_PAGER und $PAGER nur zum Deaktivieren des Seitenanzeigeprogramms (mit >>cat<< oder >><<) verwandt werden und werden ansonsten ignoriert. $SYSTEMD_LESS Setzt die an less ubergebenen Optionen (standardmassig >>FRSXMK<<) ausser Kraft. Benutzer konnten insbesondere zwei Optionen andern wollen: K Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, sich sofort beim Druck von Strg-C zu beenden. Um less die Handhabung von Strg-C selbst zum Umschalten auf die Eingabeaufforderung zu erlauben, setzen Sie diese Option zuruck. Falls der Wert von $SYSTEMD_LESS kein >>K<< enthalt und less das aufgerufene Textanzeigeprogramm ist, wird Strg+C durch das Programm ignoriert und muss durch das Textanzeigeprogramm selbst gehandhabt werden. X Diese Option weist das Textanzeigeprogramm an, keine Termcap-Initialisierungs- und -Deinitalisierungszeichenketten an das Terminal zu senden. Dies ist standardmassig gesetzt, damit die Darstellung von Befehlen selbst nach dem Beenden des Textanzeigeprogramms sichtbar bleibt. Allerdings stehen dadurch einige Funktionen des Textanzeigeprogramms nicht zur Verfugung; insbesondere ist das Scrollen in der Ausgabe mit der Maus nicht moglich. Beachten Sie, dass das Setzen der regularen Umgebungsvariablen $LESS keine Auswirkungen auf die Ausfuhrung von less(1) durch systemd(1)-Werkzeuge hat. Siehe less(1) fur weitere Ausfuhrungen. $SYSTEMD_LESSCHARSET Setzt den an less zu ubergebenden Zeichensatz (standardmassig >>utf-8<<, falls das aufrufende Terminal als UTF-8-kompatibel erkannt wurde) ausser Kraft. Beachten Sie, dass das Setzen der regularen Umgebungsvariablen $LESSCHARSET keine Auswirkungen auf die Ausfuhrungen von less(1) durch systemd(1)-Werkzeuge hat. $SYSTEMD_PAGERSECURE Typische Seitenanzeigeprogramme wie less(1) unterstutzen nebem dem seitenweisen Anzeigen (d.h. dem Durchlaufen der Ausgabe) das Offnen von oder Schreiben in andere Dateien und die Ausfuhrung von beliebigen Shell-Befehlen. Werden Befehle mit erhohten Berechtigungen, beispielsweise unter sudo(8) oder pkexec(1), aufgerufen, wird das Seitenanzeigeprogramm zur Sicherheitsgrenze. Es muss darauf geachtet werden, dass nur Programme mit streng begrenzter Funktionalitat als Seitenanzeigeprogramm verwandt werden und unerwunschte interaktive Funktionalitaten wie das Offnen oder Erstellen von neuen Dateien oder das Starten von Subprozessen nicht erlaubt sind. Der >>Sichere Modus<< fur das Seitenanzeigeprogramm kann wie nachfolgend beschrieben aktiviert werden, falls das Seitenanzeigeprogramm dies unterstutzt (die meisten Seitenanzeigeprogramme sind nicht so geschrieben, dass sie dies berucksichtigen). Es wird empfohlen, den >>Sicheren Modus<< explizit zu aktivieren oder das Seitenanzeigeprogramm komplett mittels --no-pager oder PAGER=cat zu deaktivieren, wenn nicht vertrauenswurdigen Benutzern die Ausfuhrung von Programmen mit erhohten Privilegien erlaubt wird. Diese Option akzeptiert ein logisches Argument. Ist es auf >>true<< gesetzt, wird der >>Sichere Modus<< des Seitenanzeigeprogramms aktiviert. Im >>Sicheren Modus<< wird LESSSECURE=1 beim Aufruf des Seitenanzeigeprogramms gesetzt. Dies weist das Seiteanzeigeprogramm an, Befehle zum Offnen oder Erstellen von neuen Dateien sowie das Starten von Subprozessen zu deaktivieren. Derzeit ist nur von less(1) bekannt, dass es diese Variable versteht und den >>Sicheren Modus<< implementiert. Ist diese Variable auf >>false<< gesetzt, unterliegt das Seitenanzeigeprogramm keinen Beschrankungen. Setzen auf SYSTEMD_PAGERSECURE=0 oder das Beibehalten der Variable von der geerbten Umgebung konnte den Benutzern die Ausfuhrung beliebiger Befehle erlauben. Ist $SYSTEMD_PAGERSECURE nicht gesetzt, versuchen die Systemd-Werkzeuge automatisch herauszufinden, ob der >>Sicheren Modus<< aktiviert werden soll und ob das Seitenanzeigeprogramm dies unterstutzt. Der >>Sichere Modus<< wird aktiviert, falls die effektive UID nicht mit der UID des Eigentumers der Anmeldesitzung ubereinstimmt, siehe geteuid(2) und sd_pid_get_owner_uid(3), oder wenn die Ausfuhrung unter Werkzeugen wie sudo(8) oder ahnlichem erfolgt ($SUDO_UID ist gesetzt [2]). In diesen Fallen wird SYSTEMD_PAGERSECURE=1 gesetzt und Seitenanzeigeprogramme, von denen nicht bekannt ist, dass sie den >>Sicheren Modus<< unterstutzen, werden uberhaupt nicht verwandt. Beachten Sie, dass diese automatische Erkennung nur die typischsten Mechanismen zur Erlangung von Privilegien abdeckt und dem Komfort dient. Es wird empfohlen, explizit $SYSTEMD_PAGERSECURE zu setzen oder das Seitenanzeigeprogramm zu deaktivieren. Beachten Sie, dass auch $SYSTEMD_PAGERSECURE gesetzt sein muss, damit die Variablen $SYSTEMD_PAGER oder $PAGER (ausser zum Deaktivieren des Seitenanzeigeprogramms) berucksichtigt werden. $SYSTEMD_COLORS Akzeptiert ein logisches Argument oder einen besonderen Wert. Standardmassig (nicht gesetzt) werden systemd und zugehorige Hilfswerkzeuge in ihrer Ausgabe Farben verwenden, falls dies moglich ist. Falls $COLORTERM auf >>truecolor<< oder >>24bit<< gesetzt ist, werden 24-bit-Farben aktiviert, ansonsten 256 Farben, ausser wenn $NO_COLOR gesetzt ist oder $TERM anzeigt, dass Farben deaktiviert sind. true Identisch zu nicht gesetzt, ausser dass $NO_COLOR ignoriert wird. false Die Ausgabe erfolgt monochrom. >>16<<, >>256<<, >>24bit<< Verwendet immer die 16, 256 bzw. 24-bit-ANSI-Basisfarben. >>auto-16<<, >>auto-256<<, >>auto-24bit<< Verwendet die angegebene Menge an Farben, abhangig von $TERM und womit die Konsole verbunden ist. $SYSTEMD_URLIFY Dies muss ein logischer Wert sein. Er steuert, ob anklickbare Links fur Terminal-Emulatoren, die dies unterstutzen, erstellt werden sollen. Dies kann angegeben werden, um die Entscheidung, die systemd basierend auf $TERM und anderen Bedingungen trifft, ausser Kraft zu setzen. UNPRIVILEGIERTE --CLEANUP-OPERATION systemd-tmpfiles versucht die Anderungs- und Zugriffs-Zeitstempel der Verzeichnisse zu erhalten, auf die es zugreift. Dafur sind CAP_FOWNER-Privilegien erforderlich. Wenn es nicht als Root ausgefuhrt wird, wird die Zugriffszeit der Verzeichnisse aktualisiert, die nach zu loschenden Dateien durchsucht werden. Dadurch kann der tatsachliche Loschvorgang verhindert werden. EXIT-STATUS Im Erfolgsfall wird 0 zuruckgeliefert. Falls die Konfigurationsdatei syntaktisch ungultig war (Syntaxfehler, fehlende Argumente, ) und einige Zeilen ignoriert werden mussten, aber keine weiteren Fehler aufgetreten sind, wird 65 zuruckgeliefert (EX_DATAERR aus /usr/include/sysexits.h). Falls die Konfiguration syntaktisch korrekt war, aber nicht ausgefuhrt werden konnte (unzureichende Rechte, Erstellung von Dateien in fehlenden Verzeichnissen, ungultige Inhalte beim Schreiben von /sys/-Werten, ), wird 73 zuruckgeliefert (EX_CANTCREAT aus /usr/include/sysexits.h). Andernfalls wird 1 zuruckgeliefert (EXIT_FAILURE aus /usr/include/stdlib.h). Beachten Sie: Wenn Sie Elemente erstellen und das Ziel bereits existiert, aber vom falschen Typ ist oder anderweitig nicht auf den erbetenen Zustand passt und keine Zwangsaktion mit >>+<< erbeten wurde, dann wird eine Nachricht ausgegeben, aber der Fehlschlag wird ansonsten ignoriert. SIEHE AUCH systemd(1), tmpfiles.d(5) ANMERKUNGEN 1. UAPI.2-Spezifikation fur auffindbare Partitionen https://uapi-group.org/specifications/specs/discoverable_partitions_specification 2. Es wird fur andere Werkzeuge empfohlen, $SUDO_UID geeignet zu setzen und zu uberprufen und es als allgemeine Schnittstelle zu behandeln. UBERSETZUNG Die deutsche Ubersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blattermann und Helge Kreutzmann erstellt. Diese Ubersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezuglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG ubernommen. Wenn Sie Fehler in der Ubersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Mailingliste der Ubersetzer . systemd 260.2 SYSTEMD-TMPFILES(8)