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.\"*******************************************************************
.TH NANO 1 "Version 9.0" "April 2026"
.SH BEZEICHNUNG
nano \- »Nano's ANOther text editor«, inspiriert von Pico
.SH ÜBERSICHT
\fBnano\fP [\fIOptionen\fP] [[\fB+\fP\fIZeile\fP[\fB,\fP\fISpalte\fP]] \fIDatei\fP] …
.sp
\fBnano\fP [\fIOptionen\fP] [[\fB+\fP[\fBcrCR\fP]{\fB/\fP|\fB?\fP}\fIZeichenkette\fP] \fIDatei\fP] …
.SH HINWEISE
Seit Version 9.0 werden alle Zeilen nur soviel wie benötigt gemeinsam
horizontal gerollt (wenn sich der Cursor dem Rand nähert), statt nur die
aktuelle Zeile in großen Schritten zu rollen. Falls Sie das alte Verhalten
bevorzugen, können Sie \fB\-\-solo\fP auf der Befehlszeile verwenden oder \fBset solosidescroll\fP in Ihrer \fInanorc\fP.
.sp
Auch seit Version 9.0 wurden die Tastaturanschläge \fBM\-<\fP und \fBM\->\fP
den Funktionen »scrollleft« und »scrollright« zugewiesen. Wenn Sie möchten,
dass diese Tasturanschläge das machen, was sie vor Version 9.0 taten, fügen
Sie die zwei Zeilen an das Ende Ihrer Datei \fInanorc\fP ein:
.sp
.RS 4
\fBbind M\-< prevbuf main\fP
.br
\fBbind M\-> nextbuf main\fP
.RE
.sp
Um anfängerfreundlich zu sein startet \fB^F\fP eine Vorwärtssuche, \fB^B\fP eine
Rückwärtssuche, sucht \fBM\-F\fP das nächste Auftreten vorwärts und sucht \fBM\-B\fP
das nächste Auftreten rückwärts seit Version 8.0. Wenn Sie möchten, dass
diese Tasturanschläge das machen, was sie vor Version 8.0 taten, fügen Sie
die folgenden vier Zeilen an das Ende Ihrer Datei \fInanorc\fP ein:
.sp
.RS 4
\fBbind ^F forward main\fP
.br
\fBbind ^B back main\fP
.br
\fBbind M\-F formatter main\fP
.br
\fBbind M\-B linter main\fP
.RE
.sp
.SH BESCHREIBUNG
\fBnano\fP ist ein kleiner und freundlicher Text\-Editor. Er kopiert das
Aussehen und Verhalten von Pico, ist aber freie Software und implementiert
verschiedene Funktionen, die Pico fehlen, wie beispielsweise: Öffnen
mehrerer Dateien, zeilenweises Rollen, Rückgängig machen und Wiederholen,
farbige Syntaxhervorhebung, Zeilennummern und fließenden Umbruch überlanger
Zeilen.
.sp
Wenn Sie in der Befehlszeile einen Dateinamen angeben, können Sie den Cursor
in einer bestimmten Zeile platzieren, indem Sie die Zeilennummer mit einem
Pluszeichen (\fB+\fP) dem Dateinamen voranstellen. Mit einem Komma können Sie
sogar die gewünschte Spalte angeben. Negative Zahlen zählen vom Ende der
Datei oder Zeile.
.sp
Der Cursor kann in die erste oder letzte Zeile des Vorkommens einer
bestimmten Zeichenkette gesetzt werden, indem Sie diese Zeichenkette nach
einem \fB+/\fP oder \fB+?\fP dem Dateinamen voranstellen. Fügen Sie zusätzlich ein
\fBc\fP und/oder \fBr\fP nach dem Pluszeichen ein, wird für die Zeichenkette
Groß\-/Kleinschreibung berücksichtigt beziehungsweise die Zeichenkette als
regulärer Ausdruck betrachtet. Diese Suchmodi können explizit deaktiviert
werden, indem Sie Groß\- statt Kleinschreibung verwenden: \fBC\fP und/oder
\fBR\fP. Wenn die Zeichenkette Leerzeichen enthält, muss sie in
Anführungszeichen gesetzt werden. Ein Beispiel, in dem eine Datei geöffnet
und der Cursor beim ersten Vorkommen des Wortes »Foo« gesetzt werden soll:
.sp
.RS 4
\fBnano +c/Foo \fP\fIDatei\fP
.RE
.sp
Als Spezialfall: wird beim Aufruf anstatt eines Dateinamens ein Minuszeichen
(\fB\-\fP) angegeben, liest \fBnano\fP Daten aus der Standardeingabe.
.SH BEARBEITUNG
Eingabe von Text und Bewegen innerhalb einer Datei ist einfach: durch
Eingabe der Buchstaben und Verwenden der normalen Cursortasten. Befehle
können Sie mit der Strg\-Taste (^) und den Alt\- oder Metatasten (M\-)
eingeben. Die Eingabe \fB^K\fP löscht die aktuelle Zeile und schreibt sie in
die Zwischenablage. Mehrere aufeinander folgende Eingaben von \fB^K\fP werden
die gelöschten Zeilen zusammen in die Zwischenablage schreiben. Jede
Bewegung des Cursors oder Eingabe eines anderen Befehls führt dazu, dass die
nächste Eingabe von \fB^K\fP die Zwischenablage überschreibt. Ein \fB^U\fP fügt
den aktuellen Inhalt der Zwischenablage an der aktuellen Cursorposition ein.
.sp
Wenn ein etwas genauerer Textteil ausgeschnitten oder kopiert werden soll,
können Sie die Markierung mit \fB^6\fP beginnen, den Cursor zum gewünschten
Ende bewegen (der markierte Text ist nun hervorgehoben) und dann mit \fB^K\fP
den Text ausschneiden oder mit \fBM\-6\fP in die Zwischenablage kopieren. Sie
können den markierten Text auch mit \fB^O\fP in einer Datei speichern oder mit
\fB^T^T\fP die Rechtschreibung prüfen lassen.
.sp
In einigen Terminals kann Text auch mit den Pfeiltasten bei gedrückt
gehaltener Umschalttaste markiert werden. Wenn Sie außerdem die Strg\- oder
Alt\-Taste gedrückt halten, wird dies beschleunigt. Durch jede Bewegung des
Cursors ohne Gedrückthalten der Umschalttaste wird eine solche Auswahl
abgebrochen.
.sp
Ein gültiger Unicode\-Codepunkt kann durch Eingabe von \fBM\-V\fP, gefolgt von
den Hexadezimalstellen des Codepunkts, in den Puffer eingefügt werden
(beendet mit der \fB\fP oder der \fB\fP,
falls es weniger als sechs Stellen sind). Ein wörtlicher Steuercode (außer
\fB^J\fP) kann durch Eingabe von \fBM\-V\fP, gefolgt von der entsprechenden
Tastenfolge, eingefügt werden.
.sp
Die zwei Zeilen am unteren Bildschirmrand zeigen einige wichtige Befehle;
die eingebaute Hilfe (\fB^G\fP) listet alle verfügbaren Befehle auf. Die
voreingestellten Tastaturschnellzugriffe können über eine Datei \fInanorc\fP
geändert werden, siehe \fBnanorc\fP(5).
.\" Never hyphenate these:
.hw ncurses terminfo
.SH OPTIONEN
.TP
\fB\-A\fP, \fB\-\-smarthome\fP
macht die Pos1\-Taste intelligenter. Wenn die Pos1\-Taste irgendwo gedrückt
wird, außer am äußersten Anfang von Nicht\-Leerraum in einer Zeile, dann
springt der Cursor zu diesem Anfang (entweder vorwärts oder
rückwärts). Befindet sich der Cursor bereits an dieser Position, springt er
zum tatsächlichen Anfang der Zeile.
.TP
\fB\-B\fP, \fB\-\-backup\fP
sichert beim Speichern einer Datei die vorherige Version mit dem Namen der
aktuellen Datei, dem eine Tilde (\fB~\fP) angehängt wird.
.TP
\fB\-C\fP\fI Verzeichnis\fP, \fB\-\-backupdir=\fP\fIVerzeichnis\fP
erstellt nicht nur eine Sicherungsdatei und behält diese, sondern erstellt
eine eindeutig nummerierte Datei jedes Mal, wenn eine Datei gespeichert wird
\(en sofern Sicherungen aktiviert sind (\fB\-B\fP). Die eindeutig nummerierten
Dateien werden im angegebenen \fIVerzeichnis\fP gespeichert.
.TP
\fB\-D\fP, \fB\-\-boldtext\fP
verwendet für die Benutzeroberfläche Fettdruck anstelle von inversem
Text. Dies kann durch Setzen der Optionen \fBtitlecolor\fP, \fBstatuscolor\fP,
\fBpromptcolor\fP, \fBminicolor\fP, \fBkeycolor\fP, \fBnumbercolor\fP und/oder
\fBselectedcolor\fP in Ihrer Datei \fBnanorc\fP für bestimmte Elemente außer Kraft
gesetzt werden. Siehe \fBnanorc\fP(5).
.TP
\fB\-E\fP, \fB\-\-tabstospaces\fP
wandelt jeden eingegebenen Tabulator in Leerzeichen um, und zwar in die
Anzahl der Leerzeichen, wie der Tabulator an dieser Position einnehmen
würde. (Hinweis: Eingefügte Tabulatoren werden nicht konvertiert.)
.TP
\fB\-F\fP, \fB\-\-multibuffer\fP
liest standardmäßig eine Datei in einen neuen Puffer ein.
.TP
\fB\-G\fP, \fB\-\-locking\fP
aktiviert beim Bearbeiten von Dateien die Dateisperrung im Vim\-Stil.
.TP
\fB\-H\fP, \fB\-\-historylog\fP
speichert die letzten 100 Suchzeichenketten, Ersetzungszeichenketten und
ausgeführten Befehle, so dass sie in späteren Sitzungen leicht
wiederverwendet werden können.
.TP
\fB\-I\fP, \fB\-\-ignorercfiles\fP
übergeht sowohl die systemweite \fInanorc\fP als auch die \fInanorc\fP des
Benutzers.
.TP
\fB\-J\fP\fI Zahl\fP, \fB\-\-guidestripe=\fP\fIZahl\fP
blendet einen Markierungsbalken in der angegebenen Spalte ein, anhand dessen
Sie die Breite des Texts besser beurteilen können. Die Farbe des Balkens
kann mit der Anweisung \fBset stripecolor\fP in Ihrer Datei \fInanorc\fP angepasst
werden.
.TP
\fB\-K\fP, \fB\-\-rawsequences\fP
interpretiert Escape\-Sequenzen direkt, anstatt sie durch \fBncurses\fP
übersetzen zu lassen. Falls Sie diese Option benötigen, damit einige Tasten
korrekt funktionieren, bedeutet das, dass die von \fBterminfo\fP(5)
bereitgestellte Terminalbeschreibung dem tatsächlichen Verhalten Ihres
Terminals nicht vollständig entspricht. Dies kann beispielsweise passieren,
wenn Sie sich per SSH an einer BSD\-Maschine anmelden. Wenn Sie diese Option
verwenden, wird die Mausunterstützung in \fBnano\fP deaktiviert.
.TP
\fB\-L\fP, \fB\-\-nonewlines\fP
fügt nicht automatisch einen Zeilenvorschub an, wenn ein Text nicht mit
einem solchen endet. (Das kann dazu führen, dass Sie POSIX\-inkompatible
Textdateien speichern.)
.TP
\fB\-M\fP, \fB\-\-trimblanks\fP
entfernt angehängten Leerraum beim automatischen harten Umbruch oder bei der
Ausrichtung von Text vom Ende der Zeile.
.TP
\fB\-N\fP, \fB\-\-noconvert\fP
deaktiviert die automatische Umwandlung von Dateien aus dem DOS/Mac\-Format.
.TP
\fB\-O\fP, \fB\-\-bookstyle\fP
fasst beim Ausrichten jede Zeile, die mit Leerraum beginnt, als Beginn eines
Absatzes auf (außer wenn automatisches Einrücken aktiviert ist).
.TP
\fB\-P\fP, \fB\-\-positionlog\fP
protokolliert für die 200 zuletzt bearbeiteten Dateien die letzte Position
des Cursors und setzt ihn beim erneuten Öffnen der Datei wieder an diese
Stelle. Sichert auch die Position aller Anker und stellt sie wieder her.
.TP
\fB\-Q "\fP\fIregulärer_Ausdruck\fP\fB"\fP,\fB \-\-quotestr="\fP\fIregulärer_Ausdruck\fP\fB"\fP
legt den regulären Ausdruck für die Übereinstimmungsfindung für Zitate
fest. Der Vorgabewert ist »\fB^([\ \et]*([!#%:;>|}]|//))+\fP«. (Beachten
Sie, dass dabei \fB\et\fP für den echten Tabulator steht.) Dadurch wird es
ermöglicht, beim Verfassen von E\-Mails Blöcke aus zitiertem Text neu
auszurichten und Blöcke von Zeilenkommentaren beim Schreiben von Quellcode
neu umzubrechen.
.TP
\fB\-R\fP, \fB\-\-restricted\fP
aktiviert den eingeschränkten Modus: Es wird nichts aus einer Datei gelesen
oder in diese geschrieben, die nicht in der Befehlszeile übergeben
wurde. Das bedeutet, dass keine Verlaufsdateien gelesen oder geschrieben
werden, keine Rechtschreibprüfung erlaubt wird, nichts an eine Datei
angehängt oder ihr vorangestellt oder die Datei unter einem anderen Namen
gespeichert wird, wenn bereits ein Name vergeben wurde; außerdem werden
keine Sicherungsdateien erstellt. Sie können den eingeschränkten Modus auch
aktivieren, indem Sie \fBnano\fP mit einem Namen aufrufen, der mit »r« beginnt
(zum Beispiel \fBrnano\fP).
.TP
\fB\-S\fP, \fB\-\-softwrap\fP
zeigt Zeilen, die länger als die Bildschirmbreite sind, in mehreren Zeilen
an (Sie können diesen fließenden Zeilenumbruch so einrichten, dass an
Leerzeichen statt grob am Bildschirmrand umgebrochen wird, indem Sie auch
\fB\-\-atblanks\fP verwenden).
.TP
\fB\-T\fP\fI Anzahl\fP, \fB\-\-tabsize=\fP\fIAnzahl\fP
setzt die Größe (Breite) von Tabulatoren auf die angegebene \fIAnzahl\fP
Spalten. Die \fIAnzahl\fP muss größer als 0 sein. Der Vorgabewert ist \fB8\fP.
.TP
\fB\-U\fP, \fB\-\-quickblank\fP
blendet die Statuszeile bereits nach einem Tastendruck anstelle von 20
aus. Beachten Sie, dass die Option \fB\-c\fP (\fB\-\-constantshow\fP) dies außer
Kraft setzt. Wenn die Option \fB\-\-minibar\fP oder \fB\-\-zero\fP wirksam ist,
blendet \fB\-\-quickblank\fP eine Meldung bereits nach 0,8 Sekunden anstelle der
vorgegebenen 1,5 Sekunden aus.
.
.TP
\fB\-V\fP, \fB\-\-version\fP
gibt die Versionsnummer aus und beendet das Programm.
.TP
\fB\-W\fP, \fB\-\-wordbounds\fP
erkennt Wortgrenzen anders, indem Interpunktionszeichen als Teil eines
Wortes angesehen werden.
.TP
\fB\-X "\fP\fIZeichen\fP\fB"\fP,\fB \-\-wordchars="\fP\fIZeichen\fP\fB"\fP
gibt an, welche anderen Zeichen (neben den normalen alphanumerischen
Zeichen) als Teil eines Wortes betrachtet werden sollen. Wenn Sie diese
Option verwenden, dann werden Sie wahrscheinlich die Option \fB\-W\fP
(\fB\-\-wordbounds\fP) nicht benötigen.
.TP
\fB\-Y\fP\fI Name\fP, \fB\-\-syntax=\fP\fIName\fP
gibt den Namen der zu verwendenden Syntaxhervorhebung an. Verwendet werden
die in den \fInanorc\fP\-Dateien definierten Syntaxhervorhebungen.
.TP
\fB\-Z\fP, \fB\-\-zap\fP
bewirkt, dass durch Drücken einer unmodifizierten Rückschritt\- oder
Entf\-Taste der markierte Bereich gelöscht wird (anstelle eines einzelnen
Zeichens und ohne Auswirkung auf die Zwischenablage).
.TP
\fB\-a\fP, \fB\-\-atblanks\fP
bricht bei aktiviertem fließendem Zeilenumbruch bei Leerräumen anstatt immer
beim Erreichen des Bildschirmrandes um.
.TP
\fB\-b\fP, \fB\-\-breaklonglines\fP
bricht die aktuelle Zeile automatisch hart um, wenn sie zu lang wird, das
bedeutet, wenn sie breiter als der in \fB\-r\fP (\fB\-\-fill\fP) angegebene Wert
wird. Der Vorgabewert für \fB\-r\fP ist die Terminalbreite minus acht. Diese
Option ist das Gegenstück zu \fB\-w\fP (\fB\-\-\-\-nowrap\fP) \(en die zuletzt
angegebene Option ist wirksam.
.TP
\fB\-c\fP, \fB\-\-constantshow\fP
berichtet die Cursorposition permanent in der Statuszeile. Beachten Sie,
dass dies \fB\-U\fP (\fB\-\-quickblank\fP) außer Kraft setzt.
.TP
\fB\-d\fP, \fB\-\-rebinddelete\fP
interpretiert die Entf\- und Rückschrittasten anders, so dass sowohl
Rückschritt als auch Entf korrekt funktionieren. Sie sollten diese Option
nur verwenden, wenn auf Ihrem System entweder die Rückschrittaste als
Entf\-Taste wirkt oder die Entf\-Taste als Rückschrittaste.
.TP
\fB\-e\fP, \fB\-\-emptyline\fP
verwendet die Leerzeile unter der Titelleiste nicht und lässt diese leer.
.TP
\fB\-f\fP\fI Datei\fP, \fB\-\-rcfile=\fP\fIDatei\fP
liest zum Setzen der Optionen für \fBnano\fP nur die angegebene \fIDatei\fP,
anstatt sowohl die systemweite \fBnanorc\fP als auch die des Benutzers zu
lesen.
.TP
\fB\-g\fP, \fB\-\-showcursor\fP
macht den Cursor im Dateibrowser (indem er auf den hervorgehobenen Eintrag
gesetzt wird) und im Hilfebetrachter sichtbar. Dies ist für Benutzer mit
Braille\-Zeile oder weniger schwerwiegenden Sehbehinderungen nützlich.
.TP
\fB\-h\fP, \fB\-\-help\fP
zeigt eine Zusammenfassung der verfügbaren Befehlszeilenoptionen an und
beendet das Programm.
.TP
\fB\-i\fP, \fB\-\-autoindent\fP
rückt eine neue Zeile automatisch um die gleiche Anzahl Tabulatoren und/oder
Leerzeichen wie die vorhergehende Zeile ein (oder wie die nächste Zeile,
wenn die vorhergehende Zeile der Anfang eines Absatzes ist).
.TP
\fB\-j\fP, \fB\-\-jumpyscrolling\fP
rollt den Inhalt des Puffers um einen halben Bildschirminhalt statt um eine
Zeile.
.TP
\fB\-k\fP, \fB\-\-cutfromcursor\fP
bewirkt, dass der Befehl zum Ausschneiden von Text (normalerweise \fB^K\fP) nur
von der aktuellen Cursorposition bis zum Ende der Zeile anstatt die gesamte
Zeile ausschneidet.
.TP
\fB\-l\fP, \fB\-\-linenumbers\fP
Zeigt Zeilennummern links vom Textbereich an. (Jede Zeile mit einem Anker
erhält außerdem eine Markierung im Randbereich.)
.TP
\fB\-m\fP, \fB\-\-mouse\fP
aktiviert Mausunterstützung, falls dies auf Ihrem System verfügbar ist. Wenn
aktiviert, können Sie den Cursor mittels Mausklicks platzieren, die
Markierung (mit einem Doppelklick) setzen und Tastenkombinationen
ausführen. Die Maus funktioniert im X Window System und auch auf der
Konsole, wenn gpm läuft. Text kann weiterhin durch Ziehen markiert werden,
während die Umschalttaste gedrückt gehalten wird.
.TP
\fB\-n\fP, \fB\-\-noread\fP
fasst jeden in der Befehlszeile übergebenen Namen als neue Datei auf. Dies
ermöglicht \fBnano\fP, in benannte Pipes (Weiterleitungen) zu schreiben: Er
beginnt mit einem leeren Puffer und schreibt in die Pipe, wenn der Benutzer
die »Datei« speichert. Auf diese Weise kann \fBnano\fP als Editor in
Kombination mit beispielsweise \fBgpg\fP verwendet werden, ohne dass erst
sensible Daten auf die Festplatte geschrieben werden müssen.
.TP
\fB\-o\fP\fI Verzeichnis\fP, \fB\-\-operatingdir=\fP\fIVerzeichnis\fP
Wechselt in das angegebene \fIVerzeichnis\fP und erlaubt das Lesen und
Schreiben nur von Dateien in diesem Verzeichnis und dessen
Unterverzeichnissen.
.TP
\fB\-p\fP, \fB\-\-preserve\fP
erhält die Sequenzen XOFF und XON (\fB^S\fP und \fB^Q\fP), so dass diese vom
Terminal abgefangen werden (Anhalten und Wiederaufnehmen der
Ausgabe). Beachten Sie, dass die Option \fB\-/\fP (\fB\-\-modernbindings\fP) dies
außer Kraft setzt.
.TP
\fB\-q\fP, \fB\-\-indicator\fP
zeigt eine Bildlaufleiste am rechten Rand des Editorfensters an. Es zeigt
die Position des Sichtfeldes im Puffer an, sowie welcher Anteil des Puffers
vom Sichtfeld abgedeckt ist.
.TP
\fB\-r\fP\fI Anzahl\fP, \fB\-\-fill=\fP\fIAnzahl\fP
legt die gewünschte Breite für die Ausrichtung und den automatischen harten
Zeilenumbruch auf die angegebene \fIAnzahl\fP Spalten fest. Ist die \fIAnzahl\fP 0
oder kleiner, erfolgt ein harter Zeilenumbruch an der Bildschirmbreite minus
der \fIAnzahl\fP Spalten, wodurch sich der Umbruchpunkt an der Bildschirmbreite
orientiert und sich mit verändert, wenn die Bildschirmbreite geändert
wird. Der Vorgabewert ist \fB\-8\fP.
.TP
\fB\-s "\fP\fIProgramm\fP [\fIArgument\fP …]\fB"\fP, \fB\-\-speller="\fP\fIProgramm\fP [\fIArgument\fP …]\fB"\fP
gibt das für die Rechtschreibprüfung und \-korrektur zu verwendende Programm
an, welches statt der eingebauten Korrektur verwendet werden soll, die
\fBhunspell\fP(1) oder \fBspell\fP(1) aufruft.
.TP
\fB\-t\fP, \fB\-\-saveonexit\fP
speichert einen geänderten Puffer stets ohne Nachfrage (beim Beenden mit
\fB^X\fP).
.TP
\fB\-u\fP, \fB\-\-unix\fP
speichert eine Datei standardmäßig im Unix\-Format. Dies setzt das
Standardverhalten von \fBnano\fP außer Kraft, in dem eine Datei in dem Format
gespeichert wird, in dem sie bereits vorliegt. Diese Option ist wirkungslos,
wenn Sie auch \fB\-\-noconvert\fP angeben.
.TP
\fB\-v\fP, \fB\-\-view\fP
zeigt lediglich die Datei an und verhindert die Bearbeitung
(schreibgeschützter Modus). In diesem Modus ist es dem Benutzer gestattet,
auch andere Dateien zur Betrachtung zu öffnen, außer wenn ebenfalls
\fB\-\-restricted\fP angegeben ist.
.TP
\fB\-w\fP, \fB\-\-nowrap\fP
bricht die aktuelle Zeile nicht automatisch hart um, wenn sie zu lang
wird. Dies ist die Vorgabe. Diese Option ist das Gegenstück zu \fB\-b\fP
(\fB\-\-breaklonglines\fP) \(en die zuletzt angegebene Option ist wirksam.
.TP
\fB\-x\fP, \fB\-\-nohelp\fP
zeigt die zwei Hilfezeilen am unteren Rand des Bildschirms nicht an.
.TP
\fB\-y\fP, \fB\-\-afterends\fP
bewirkt, dass »Strg+Pfeiltaste rechts« und »Strg+Entf« am Wortende anstatt
am Wortanfang stoppt.
.TP
\fB\-z\fP, \fB\-\-listsyntaxes\fP
listet die Namen der verfügbaren Syntaxen auf und beendet das Programm.
.TP
\fB\-!\fP, \fB\-\-magic\fP
Wenn weder der Name noch die erste Zeile der Datei einen Hinweis liefert,
wird versucht, die anwendbare Syntax mittels Libmagic zu bestimmen.
.TP
\fB\-@\fP, \fB\-\-colonparsing\fP
Wenn ein in der Befehlszeile übergebener Dateiname auf einen Doppelpunkt mit
Ziffern endet und dieser Dateiname nicht existiert, dann wird der
Doppelpunkt mit den Ziffern abgeschnitten und die Ziffern werden als
Zeilennummer interpretiert. Falls der so abgeschnittene Dateiname auch nicht
existiert, dann wird der Prozess wiederholt und die erhaltenen zwei Zahlen
werden als Zeilen\- und Spaltennummer interpretiert. Falls aber auch der
doppelt zurecht gestutzte Dateiname nicht existiert, dann wird das
Abschneiden nicht durchgeführt und der ursprüngliche Dateiname wird
unverändert akzeptiert. Um diese Doppelpunktauswertung für eine bestimmte
Datei zu deaktivieren, verwenden Sie \fB+1\fP oder ähnliches vor dem relevanten
Dateinamen.
.TP
\fB\-%\fP, \fB\-\-stateflags\fP
verwendet die obere rechte Ecke des Bildschirms zum Anzeigen einiger
Statusindikatoren, wenn Folgendes aktiv ist: \fBI\fP bei automatischer
Einrückung, \fBM\fP bei Markierungen, \fBL\fP bei hartem Umbruch überlanger
Zeilen, \fBR\fP bei der Aufzeichnung eines Makros und \fBS\fP bei fließendem
Zeilenumbruch. Wenn der Puffer geändert wurde, wird ein Stern (*) nach dem
Dateinamen in der Mitte der Titelleiste angezeigt.
.TP
\fB\-_\fP, \fB\-\-minibar\fP
unterdrückt die Anzeige der Titelleiste und zeigt stattdessen am unteren
Bildschirmrand im Bereich der Statuszeile Informationen zum aktuellen Puffer
an. In dieser »Mini bar« (Mini\-Statuszeile) wird links der Dateiname
angezeigt, gefolgt von einem Raute\-Zeichen, falls der Puffer geändert
wurde. Rechts wird Folgendes angezeigt: die aktuelle Zeilen\- und
Spaltennummer, der Code des Zeichens unter dem Cursor (im Unicode\-Format:
U+xxxx), die gleichen Indikatoren, wie sie auch mit \fB\-\-stateflags\fP
angezeigt werden, sowie ein Prozentsatz, wie weit sich der Cursor in der
Datei befindet (zeilenbezogen). Beim Laden oder Speichern einer Datei und
auch beim Wechsel zwischen Puffern wird nach dem Dateinamen die Anzahl der
Zeilen im Puffer angezeigt. Diese Zahl wird nach dem nächsten Tastendruck
gelöscht oder durch einen [i/n]\-Zähler ersetzt, falls mehrere Puffer
geöffnet sind. Die Zeile einschließlich Spaltennummer sowie der Zeichencode
werden nur dann angezeigt, wenn \fB\-\-constantshow\fP verwendet wird. Mit \fBM\-C\fP
können Sie die Anzeige ein\- oder ausblenden. Die Statusindikatoren werden
nur angezeigt, wenn \fB\-\-stateflags\fP verwendet wird.
.TP
\fB\-0\fP, \fB\-\-zero\fP
verbirgt alle Elemente der Benutzerschnittstelle (Titelleiste, Statuszeile
und Hilfezeilen) und verwendet alle Zeilen des Terminals für die Anzeige des
Pufferinhalts. Die Statuszeile erscheint nur dann, wenn eine wichtige
Meldung anzuzeigen ist und wird nach 1,5 Sekunden oder beim nächsten
Tastendruck ausgeblendet. Mit \fBM\-Z\fP kann die Anzeige der Titelleiste und
Statuszeile und mit \fBM\-X\fP die Anzeige der Hilfezeilen ein\- oder
ausgeschaltet werden.
.TP
\fB\-1\fP, \fB\-\-solosidescroll\fP
Wenn der Cursor den rechten Rand des Editorfensters erreicht, rollt dies nur
die aktuelle Zeile einen großen Abschnitt seitwärts, anstatt alle sichtbaren
Zeilen nur um den benötigten Bereich zu rollen, damit der Cursor im Blick
bleibt. Dieses weiche Seitenrollen des gesamten Fensters ist das neue
Vorgabeverhalten. Das sprunghafte Seitwärtsrollen einer einzelnen Zeile, das
durch diese Option aktiviert wird, war das alte Verhalten \(en das einzige
Verhalten, das \fBnano\fP kannte.
.TP
\fB\-/\fP, \fB\-\-modernbindings\fP
verwendet Tastenbindungen ähnlich denen, die die meisten modernen Programme
verwenden: \fB^X\fP schneidet aus, \fB^C\fP kopiert, \fB^V\fP fügt ein, \fB^Z\fP mach
rückgängig, \fB^Y\fP wiederholt, \fB^F\fP sucht vorwärts, \fB^G\fP sucht nächsten,
\fB^S\fP speichert, \fB^O\fP öffnet eine Datei , \fB^Q\fP beendet und (wenn es das
Terminal erlaubt) \fB^H\fP zeigt die Hilfe. Desweiteren setzt \fB^A\fP die
Markierung, sucht \fB^B\fP rückwärts, sucht \fB^D\fP vorhergehendes, führt \fB^R\fP
Ersetzungen durch, zeigt \fB^P\fP die Position, springt \fB^T\fP zu einer Zeile,
schreibt \fB^W\fP in eine Datei raus und führt \fB^E\fP einen Befehl aus. Beachten
Sie, dass dies die Option \fB\-p\fP (\fB\-\-preserve\fP) außer Kraft setzt.
.SH UMSCHALTUNGEN
Unter den oben genannten Optionen können einige auch ein\- und ausgeschaltet
werden, wenn \fBnano\fP läuft. Beispielsweise schaltet \fBM\-L\fP den harten
Umbruch langer Zeilen, \fBM\-S\fP den fließenden Umbruch, \fBM\-N\fP die Anzeige der
Zeilennummern, \fBM\-M\fP die Verwendung der Maus, \fBM\-I\fP die automatische
Einrückung und \fBM\-X\fP die Anzeige der Hilfezeilen ein oder aus. Am Ende des
mit \fB^G\fP angezeigten Hilfetexts finden Sie eine vollständige Liste.
.sp
Der Umschalter \fBM\-X\fP ist speziell: Er funktioniert in allen Menüs, außer im
Hilfebetrachter und im Linter. Alle anderen Umschalter funktionieren nur im
Hauptmenü.
.SH DATEIEN
Wenn \fB\-\-rcfile\fP angegeben ist, liest \fBnano\fP nur die angegebene Datei zum
Setzen der Optionen, Syntaxhervorhebung und Tastenbindungen. Ohne diese
Option liest \fBnano\fP zwei Konfigurationsdateien: zuerst die \fInanorc\fP des
Systems (falls diese existiert) und danach die \fInanorc\fP des Benutzers
(falls diese existiert), entweder \fI~/.nanorc\fP oder
\fI$XDG_CONFIG_HOME/nano/nanorc\fP oder \fI~/.config/nano/nanorc\fP, je nachdem,
welche zuerst gefunden wird. Siehe \fBnanorc\fP(5) für weitere Informationen zu
den möglichen Inhalten dieser Dateien.
.sp
Siehe \fI/usr/share/nano/\fP und \fI/usr/share/nano/extra/\fP für die verfügbaren
Definitionen der farblichen Syntaxhervorhebungen.
.SH EXIT\-STATUS
.TP
\fB0\fP
Der Editor beendete sich normal.
.TP
\fB1\fP
Es wurde eine ungültige Option oder ein ungültiges Optionsargument
übergeben.
.TP
\fB2\fP
Der letzte offene Puffer wurde verworfen (mit \fB^O^Q\fP oder \fB^X^Q\fP).
.SH ANMERKUNGEN
Das Schieben in den Hintergrund ist standardmäßig aktiviert und ist über
\fB^T^Z\fP erreichbar. Falls Sie zum Schieben in den Hintergrund ein einfaches
\fB^Z\fP bevorzugen, fügen Sie \fBbind ^Z suspend main\fP zu Ihrer Nanorc hinzu.
.sp
An einer Yes\-No\-Eingabeaufforderung kann \fB^Y\fP für »Yes«, \fB^N\fP für »No« und
\fB^A\fP für »All« verwandt werden. (Und beim Beenden kann \fB^Q\fP für »Beenden
mit Fehler« verwandt werden.) Diese nichtaufgeführten Bindungen
funktionieren in jeder Locale.
.sp
Wenn Sie markierten Text von \fBnano\fP in die Zwischenablage des Systems
kopieren möchten, schauen Sie sich eines der Beispiele in der Handbuchseite
\fBnanorc\fP(5) an.
.sp
Falls kein alternativer Befehl zur Rechtschreibprüfung in der Befehlszeile
oder in einer der \fInanorc\fP\-Dateien angegeben ist, sucht \fBnano\fP in der
Umgebungsvariable \fBSPELL\fP danach.
.sp
In einigen Fällen versucht \fBnano\fP, den Puffer in einer Notfalldatei zu
speichern. Dies geschieht hauptsächlich dann, wenn \fBnano\fP ein SIGHUP oder
SIGTERM empfängt oder der Speicher ausgeschöpft ist. Der Puffer wird in eine
Datei namens \fInano.save\fP geschrieben, falls für den Puffer noch kein Name
vergeben wurde, oder die Endung \fI.save\fP wird zum aktuellen Dateinamen
hinzugefügt. Falls eine Notfalldatei gleichen Namens im aktuellen
Verzeichnis bereits existiert, wird außer der Endung \fI.save\fP eine Zahl
hinzugefügt (zum Beispiel \fI.save.1\fP, damit sie eindeutig unterscheidbar
wird. Im Mehrpuffer\-Modus schreibt \fBnano\fP alle offenen Puffer in deren
jeweilige Notfalldateien.
.sp
Falls Sie Fragen zur Verwendung zur \fBnano\fP in bestimmten Situationen haben,
können Sie auf Englisch in \fIhelp\-nano@gnu.org\fP fragen.
.SH FEHLER
Die Aufzeichnung und Wiedergabe von Tastaturmakros funktioniert nur in einem
Terminalemulator fehlerfrei, jedoch nicht in einer Linux\-Konsole (VT), da
Letztere standardmäßig nicht zwischen modifizierten und unmodifizierten
Pfeiltasten unterscheiden kann.
.sp
Bitte melden Sie alle andere Fehler, die sie entdecken, auf:
.br
\fIhttps://savannah.gnu.org/bugs/?group=nano\fP.
.sp
Wenn \fBnano\fP abstürzt, speichert es alle geänderten Puffer sicherheitshalber
in Dateien mit der Endung \fB.save\fP. Falls es Ihnen gelingt, den Absturz zu
reproduzieren und Sie einen Backtrace haben wollen, dann definieren Sie die
Umgebungsvariable \fBNANO_NOCATCH\fP.
.SH HOMEPAGE
\fIhttps://nano\-editor.org/\fP
.SH "SIEHE AUCH"
\fBnanorc\fP(5)
.sp
\fI/usr/share/doc/nano/\fP (oder äquivalent auf Ihrem System)
.PP
.SH ÜBERSETZUNG
Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von
Mario Blättermann
und
Helge Kreutzmann
erstellt.
.PP
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