CHMEM(8) System-Administration CHMEM(8) BEZEICHNUNG chmem - Speicher konfigurieren UBERSICHT chmem [-h] [-V] [-v] [-c|-e|-d|-g] [GROSSE|BEREICH|-b BLOCKBEREICH] [-z ZONE] [-m ZUWEISUNG-IM-SPEICHER] BESCHREIBUNG Der Befehl chmem setzt eine bestimmte Speichergrosse oder einen bestimmten Speicherbereich online oder offline. o Geben Sie die GROSSE als [m|M|g|G] an. Mit m oder M gibt die die Speichergrosse in MiB an (1024 x 1024 Byte). Mit g oder G gibt die die Speichergrosse in GiB an (1024 x 1024 x 1024 Byte). Die Standardeinheit ist MiB. o Geben Sie den BEREICH in der Form 0x-0x an, wie in der Ausgabe des Befehls lsmem(1). ist die hexadezimale Adresse des ersten Bytes und die hexadezimale Adresse des letzten Bytes im Speicherbereich. o Geben Sie den BLOCKBEREICH in der Form - oder an, wie in der Ausgabe des Befehls lsmem(1). ist die Nummer des ersten Speicherblocks und die Nummer des letzten Speicherblocks im Speicherbereich. Alternativ kann ein einzelner Block angegeben werden. BLOCKBEREICH erfordert die Option --blocks. o Geben Sie ZONE als Name des Speicherbereichs an, wie in der Ausgabe des Befehls lsmem -o +ZONEN. Die Ausgabe zeigt eine oder mehrere zulassige Speicherzonen fur jeden Speicherbereich an. Wenn mehrere Zonen angezeigt werden, dann bezieht sich der aktuelle Speicherbereich auf die erste Zone. Standardmassig setzt chmem den Speicher in der Zone >>Movable<< online, sofern sich diese unter den zulassigen Zonen befindet. Diese Standardeinstellung kann mit der Option --zone in eine andere zulassige Zone geandert werden. Fur >>Memory Ballooning<< (Ruckforderung ungenutzten virtuellen Speichers vom Gast durch das Wirtssystem in Virtualisierungen) wird empfohlen, die Zone >>Movable<< fur Online- und Offline-Speicher falls moglich auszuwahlen. Fur den Speicher in diesem Bereich ist es sehr wahrscheinlich, dass er wieder offline gesetzt werden kann, aber er kann nicht fur willkurliche Zuweisungen durch den Kernel genutzt werden, sondern nur fur migrierbare Seiten (zum Beispiel anonyme Seiten oder jene aus dem Seiten-Zwischenspeicher). Mit der Option --help erhalten Sie eine Ubersicht aller verfugbaren Zonen. o Geben Sie ZUWEISUNG-IM-SPEICHER als 1 oder 0 an. Der Wert 1 weist Hotplug-Metadaten (zum Beispiel das Array >>struct pages<<) aus dem Hotplug-Speicher selbst zu und ermoglicht so Hot-Add-Operationen auch unter Speichermangel, ohne dass zusatzlicher Systemspeicher benotigt wird. Der Wert 0 speichert die Metadaten des Hotplug-Speichers im regularen Systemspeicher, wodurch Probleme im Zusammenhang mit der Fragmentierung zusammenhangender physischer Speicherblocke vermieden werden. Der Wert kann nur gesetzt werden, wenn sich der Speicherblock in einem dekonfigurierten Zustand befindet, und -- memmap-on-memory ist nur mit --configure zulassig. Wenn kein Wert angegeben wird und chmem unterstutzt wird, verwendet chmem den in der Ausgabe von lsmem angezeigten Standardwert. Die Option --enable konfiguriert den Speicher, sofern dies von der Architektur unterstutzt wird. Wird die Speicherkonfiguration von der Architektur nicht unterstutzt, aktiviert --enable den Speicher dennoch. Die Option --disable schaltet den Speicher offline und fuhrt optional einen Dekonfigurationsschritt durch, sofern dies von der Architektur unterstutzt wird. Die Option --configure fordert Speicher vom Hypervisor an, ohne ihn online zu schalten, sofern die Architektur dies unterstutzt. Dadurch wird eine explizite Steuerung und Nutzung von --memmap-on-memory ermoglicht. Die Option --deconfigure gibt Speicherressourcen an den Hypervisor zuruck, sofern dies von der Architektur unterstutzt wird. GROSSE und BEREICH mussen an der Linux-Speicherblockgrosse ausgerichtet sein, wie in der Ausgabe des Befehls lsmem(1) gezeigt. Das Versetzen des Speichers in den Online-Zustand kann aus verschiedenen Grunden fehlschlagen. Auf virtualisierten Systemen ist es moglich, dass der Hypervisor nicht uber ausreichend Speicher verfugt, zum Beispiel weil der Speicher uberzogen (>>overcommitted<<) wurde. Das Versetzen in den Offline-Zustand kann ebenso fehlschlagen, wenn Linux den Speicher nicht freisetzen kann. Falls nur Teile des angeforderten Speichers online oder offline gesetzt werden konnen, informiert Sie eine Meldung daruber, wie viel Speicher im Gegensatz zu der angeforderten Menge online oder offline gesetzt werden konnte. Wenn Speicher online gesetzt oder konfiguriert wird, beginnt chmem bei den Speicherblocken mit den niedrigsten Nummern. Wenn Speicher offline gesetzt oder dekonfiguriert wwird, beginnt chmem bei den Speicherblocken mit den hochsten Nummern. ARCHITEKTUR o s390-Architektur: ZUWEISUNG-IM-SPEICHER: Fur Speicherblocke, die beim Systemstart online konfiguriert werden, ist der Standardwert 0, da sie ohne ZUWEISUNG-IM-SPEICHER-Unterstutzung hinzugefugt werden. Speicher, der dynamisch zur Laufzeit hinzugefugt wird, verwendet den in der Ausgabe von lsmem(1) angezeigten Standardwert. OPTIONEN -b, --blocks verwendet fur die Optionen --enable und --disable einen BLOCKBEREICH-Parameter anstelle von BEREICH oder GROSSE. -c, --configure setzt den angegebenen BEREICH, die GROSSE oder den BLOCKBEREICH des Speichers auf >>konfiguriert<<. -d, --disable setzt den angegebenen BEREICH, die GROSSE oder den BLOCKBEREICH des Speichers offline. -e, --enable setzt den angegebenen BEREICH, die GROSSE oder den BLOCKBEREICH des Speichers online. -g, --deconfigure setzt den angegebenen BEREICH, die GROSSE oder den BLOCKBEREICH des Speichers auf >>dekonfiguriert<<. -m, --memmap-on-memory wahlt ZUWEISUNG-IM-SPEICHER fur den angegebenen Speicherbereich (BEREICH, GROSSE oder BLOCKBEREICH). Diese Option ist nur mit --configure gultig. -z, --zone wahlt die Speicher-ZONE, in welcher der angegebene BEREICH, die GROSSE oder der BLOCKBEREICH des Speichers online oder offline gesetzt werden soll. Standardmassig wird der Speicher in der Zone >>Movable<< online gesetzt, falls moglich. -v, --verbose aktiviert den ausfuhrlichen Modus. Dadurch wird chmem veranlasst, Fehlerdiagnosemeldungen uber dessen Fortschritt auszugeben. -h, --help zeigt einen Hilfetext an und beendet das Programm. -V, --version zeigt Versionsinformationen an und beendet das Programm. EXIT-STATUS chmem gibt die folgenden Exit-Status-Werte aus: 0 Erfolg 1 Fehlschlag 64 Teilerfolg BEISPIELE chmem --enable 1024 Dieser Befehl fordert die Online-Setzung von 1024 MiB Speicher an. chmem -e 2g Dieser Befehl fordert 2 GB Arbeitsspeicher an, der online geschaltet werden soll, und konfiguriert diesen, sofern die Architektur dies unterstutzt, im Voraus. chmem --disable 0x00000000e4000000-0x00000000f3ffffff Dieser Befehl nimmt den Speicherbereich von 0x00000000e4000000 bis0x00000000f3ffffff offline und dekonfiguriert ihn, sofern dies von der Architektur unterstutzt wird. chmem -b -d 10 Dieser Befehl setzt den Speicherblock mit der Nummer 10 offline. chmem -b -c 10 -m 1 Dieser Befehl konfiguriert Speicherblock 10 mit aktivierter ZUWEISUNG-IM-SPEICHER. Der Block muss sich im dekonfigurierten Zustand befinden. chmem -b -c 10 Dieser Befehl konfiguriert Speicherblock 10 mit der standardmassigen ZUWEISUNG-IM-SPEICHER-Einstellung. Der Standardwert wird in lsmem --output-all angezeigt. Der Block muss sich im dekonfigurierten Zustand befinden. chmem -b -g 10 Dieser Befehl dekonfiguriert den Speicherblock mit der Nummer 10. Der Block muss offline sein. chmem -d 5g nimmt 5 GB Speicher offline und dekonfiguriert ihn, sofern die Architektur dies unterstutzt. Bereits offline gesetzte, aber noch konfigurierte Speicherblocke werden ubersprungen und mussen explizit mit --deconfigure dekonfiguriert werden. SIEHE AUCH lsmem(1) FEHLER MELDEN Nutzen Sie zum Melden von Fehlern das Fehlererfassungssystem . VERFUGBARKEIT Der Befehl chmem ist Teil des Pakets util-linux, welches aus dem Linux-Kernel-Archiv heruntergeladen werden kann. util-linux 2.42.3 2026-09-02 CHMEM(8)